Was mich Fliegen über Angst gelehrt hat (und 7 Tipps, wie du deine Flugangst los wirst)

Written by lifejunkie
19
Jul

Hätte ich vor einigen Jahren jemandem erzählt, dass ich gerade erst vor ein paar Tagen 24 Stunden lang allein um den halben Globus fliegen würde, hätte ich vermutlich mehr als skeptische Blicke geerntet. Bis zum Alter von etwa 17 Jahren war ich der festen Überzeugung ich würde niemals auch nur ein Flugzeug betreten. 

Dann machte mir die Planung unserer Kursfahrt nach Estland einen Strich durch die Rechnung. Hop oder top hieß es nun also und weil ich nicht auf unsere letzte Klassenreise verzichten wollte, nahm ich die Umstände in Kauf.

Und siehe da – so schlimm war das Ganze gar nicht. Solange es keine Turbulenzen gab jedenfalls. Es folgten ein, zwei weitere Kurzflüge und dann vor 2 Jahren ein Überseeflug inklusive mehrer Kurzstrecken vor Ort. Innerhalb von 17 Tagen flog ich insgesamt 12 Mal. 

Den „großen“ Flug fand ich weitestgehend angenehm, aber die Flüge in kleineren Maschinen mochte ich immer noch nicht. Bei jedem kleinen Luftstoß bekam ich feuchte Hände und versuchte mich damit abzulenken, meinen Sitznachbarn eine Kante ans Bein zu labern. Ich hatte zwar keine Angst mehr, ins Flugzeug zu steigen, aber insgeheim war ich dann doch froh, wenn ich es vorbei war. 
Umso überraschter war ich dieser Tage als ich nun zum ersten Mal komplett allein um den Erdball flog. Ich hatte mich eigentlich darauf eingestellt, dass ich zwischendurch sicher mal wieder panisch werden würde. Doch es passierte… nichts.  
Was lehrt mich das nun über Angst? Der beste Weg, seine Angst zu besiegen ist, sich ihr zu stellen.

Klingt abgedroschen, ich weiß. Ich hätte dir auch lieber eine andere Antwort serviert, aber so ist es nunmal. Angst wird nicht kleiner, indem man sie ignoriert. Nur indem du mutig genug bist und ihr in die Augen siehst, hast du die Chance sie zu besiegen.
Falls dir Fliegen trotzdem nach wie vor ein mulmiges Gefühl verschafft, habe ich hier noch 7 Tipps für dich, wie du deiner Flugangst endgültig den Kampf ansagen kannst:
1. Routine
Eine Sache, die ich mir bei unangenehmen Flügen immer wieder bewusst gemacht habe: was für uns oft etwas Besonderes ist, ist für das Flugzeugpersonal Routine. Jeden Tag bringen Piloten Reisende sicher an ihr Ziel. Jeden Tag landen Tausende Flugzeuge sicher auf der ganzen Welt. Warum solltest also nicht auch du sicher ankommen?
2. Fliegen ist das sicherste Verkehrsmittel der Welt

Jeden Tag hören wir im Radio, wie viele Menschen wieder bei irgendeinem Autounfall um’s Leben gekommen sind. Klar ist das schrecklich, aber so richtig außergewöhnlich finden wir so eine Meldung nicht. 

Stürzt jedoch ein Flugzeug ab, gibt es jedes Mal einen großen Aufschrei in den Medien. Aber hast du dich mal gefragt, wie oft das im Verhältnis zu Autounfällen passiert? 

Fakt ist, Fliegen gilt als das sicherste Verkehrsmittel der Welt und die Wahrscheinlichkeit, dass Zuhause im Straßenverkehr etwas passiert, ist und bleibt deutlich höher. Also – don’t worry!

3. Vergleich es mit Autofahren

Autofahren ist für die meisten von uns das Alltäglichste der Welt. Ich kenne wenig Menschen, die das Autofahren wirklich fürchten. Es ist das normalste der Welt, mit 180 Sachen über die Autobahn zu jagen. Schlaglöcher bemerken wir meist kaum noch, weil wir so daram gewöhnt sind.

Wird es jedoch beim Fliegen mal etwas unruhiger, werden wir gleich nervös. Doch im Grunde genommen ist es nichts anderes als beim Autofahren. Auch in der Luft gibt es mal „Schlaglöcher“. Folgen ein paar aufeinander, brauchen wir nicht gleich Absturzgedanken zu haben. Haben wir beim Autofahren ja auch nicht 😉

4. Lenke dich ab

Nutze das Entertainment-Angebot auf den meisten längeren Flügen und sieh dir einen Film an, der dich das Drumherum vergessen lässt. Oder lade dir bereits Zuhause ein neues Hörbuch auf dein Handy. Damit kannst du dich gemütlich in deinen Sitz kuscheln und davonträumen.

5. Vorfreude

Mach dir bewusst, warum du diese „Strapazen“ auf dich nimmst. Du willst reisen, willst etwas erleben. Male dir aus, wie es am Urlaubsort wohl sein mag. Wie riecht die Luft, wie fühlt sich der Sand unter deinen Füßen an? Welche Menschen wirst du treffen? Welche Wellen surfen?

Schneller als du denkst, wird dir der Weg an dein Ziel gar nicht mehr so schlimm vorkommen!

6. Hol dir ’ne Mütze Schlaf

Langstreckenflüge laden ja förmlich zum Schlafen ein. Wenn du in der glücklichen Lage bist, immer und überall schlafen zu können (ich kann das meistens), versuche das auf dem Flug zu tun. So bekommst du meist Turbulenzen kaum noch mit und hast keine Zeit, dir irgendwelche Horroszenarien auszumalen.

Falls du etwas nachhelfen willst, wappne dich unbedingt mit Oropax und Schlafbrille! Eine Schlafbrille bekommt man oft auch an Bord, aber für mich gehört beides zum Standard-Handgepäck.

7. Meditiere

Ich weiß das ist nicht jedermanns Sache. Ich meine damit auch nicht, dass du eine halbe Stunde lang aufrecht sitzen und nichts denken sollst. Mir hilft es aber total, tief durchzuatmen, mich kurz zu besinnen und dann innerlich „Danke“ zu sagen. Danke dafür, dass ich immer sicher an meinem Ziel ankomme.
Ich wage nun nicht zu behaupten, dass ich keinen Respekt mehr vorm Fliegen hätte. Das schon in gewissen Momenten. Aber die grundsätzliche Angst dem gegenüber konnte ich in den Griff bekommen. 

Vielleicht hast du ja auch noch ultimative Tipps gegen Flugangst? Dann teile sie gerne hier in den Kommentaren!

Gute Reise <3

Anni
P.S. Verzeiht mir die Formatierung, ich blogge aktuell nur vom Handy aus.

_________________________________________________________________________________________________________________________________

Wenn du automatisch über neue Blogposts und sonstige Neuigkeiten benachrichtigt werden möchtest, trage dich direkt rechts neben diesem Beitrag für den Newsletter ein 🙂
___________________________

Folge mir auf Facebook und Instagram:

www.facebook.com/lifejunkie.de

www.instagram.com/lifejunkie.de

  1. Mein ultimativer Tipp gegen Flugangst?

    ESSEN!

    Muss ja nicht heißen dass man die ganze Zeit schnabulieren soll, ist aber dahingehend interessant, weil die Zeit der Essensausgabe alle Passagiere zufriedenstellt. Und keiner verschwendet auch nur einen Gedanken an Nebensächlichkeiten. Ach ja, ein netter Nebeneffekt ist die „Ruhe“.

    Ansonsten fallen mir noch diverse Spiele oder Knobeleien ein, sei es mit dem Smartphone oder das gute alte Kreuzworträtsel.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.